Ev.-Luth. Kirchengemeinde
"Zu den Zwölf Aposteln"
Breslauer Str. 86
27755 Delmenhorst

 

Ev.-Luth.Kirchengemeinde "Zu den Zwölf Aposteln" Delmenhorst
 Ev.-Luth.Kirchengemeinde "Zu den Zwölf Aposteln"Delmenhorst

Unsere Online Andacht

 

 

Da wir leider derzeit keinen Gottesdienst feiern können möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag eine Andacht bereitstellen. 

 

 

Andacht für Karfreitag
 

 

Liebe Gemeinde!

 

Karfreitag – woher kommt der Name, warum dürfen wir nicht bis nachts spät in der Disko bleiben? So fragen mich die jungen Leute oft. 

Dieses Jahr erübrigt sich das Feiern und Treffen vieler Menschen zu Ostern. 

Das akzeptieren wir, aber, einen Tag im Jahr mal nicht so lange feiern zu dürfen, wie sie wollen, das ist vielen oft schon zuviel Bevormundung. 

Und dann noch durch die Religion! Was ist das schon, Religion? 

 

Karfreitag kommt vom althochdeutschen kara – trauern. Ja, als Christen sind wir traurig, dass Jesus sterben musste. 

Bis heute müssen weltweit Menschen sterben, weil andere es nicht aushalten, dass jemand eine abweichende Meinung hat, sie laut sagt, seine Überzeugungen auch lebt. Bis heute werden Menschen deswegen verfolgt, gequält, gefoltert und ermordet. Traurig. 

Vielleicht könnte ich so die Kritiker überzeugen, dass es gut ist, einmal im Jahr vom Feiern am Karfreitag abzusehen, einmal im Jahr in sich zu gehen, einen stillen Freitag zu begehen?

 

Jesus hatte nichts anderes getan, als von „seinem Vater“ zu sprechen, von Gott in neuen Bildern zu erzählen, den Menschen einen neuen, direkten Zugang zu diesem Gott zu ermöglichen. Die, die ihm nicht glaubten, hätten ihn doch einfach als religiösen Spinner abtun können!

Nein, sie wollten ihn loswerden, ein für alle mal.

Dazu war ihnen jedes Mittel recht. Traurig.

 

Martin Luther hat im Zusammenhang mit Karfreitag hervorgehoben, dass Jesus diesen Weg ans Kreuz ganz bewusst gegangen ist. Er nannte es Theologie des Kreuzes. Dieser Weg war nötig, war vorhersehbar und sogar vorgezeichnet. Gott kennt die Menschen und wusste, dass ein Jesus mit solcher Botschaft auf Widerstand stoßen würde. Im Grunde ist Jesus Botschaft einfach: Glaubt an mich und glaubt an Gott!

So einfach kann es doch nicht sein, denken wir Menschen immer wieder: Wir müssen nur an Jesus glauben, Gott als den Herrn der Welt akzeptieren, das soll reichen, um in den Himmel zu kommen? Keine guten Werke? Keine religiösen Verdienste? 

 

Luther hat das wiederentdeckt: Allein durch Glauben. Allein durch Gnade. 

Dafür steht Karfreitag. 

 

Und dann können wir ihn auch als „guten Freitag“ feiern, wie er heute im englischen Sprachgebrauch immer noch heißt: Good Friday. Dann würde unsere Vorsilbe Kar- sich vom lateinischen carus: „lieb, gut, herzlich“ herleiten.

 

 

Behalten wir doch beides im Blick: Die Trauer über Jesus und vieler Menschen Leid und die Freude, dass wir durch Jesus Tod schon gerettet und gerechtfertig sind.

Das ist wesentlich für unsere Lebenseinstellung:

Wir müssen nichts mehr erbringen, erreichen, leisten.

Das ist lebenswichtig. Das ist Religion:

Die Beziehung des Menschen zu Gott.

Amen

 

Ihre Pastorin

Anne Ziegler


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